Farbtherapie

Als Farbtherapie werden Behandlungsformen bezeichnet, bei denen die Wirkung von Farben auf die menschliche Psyche und damit den menschlichen Organismus eine Rolle spielen sollen (Psychoimmunologie). Dies soll durch die Farbgestaltung des Raumes als auch durch den Einsatz von farbigem Licht erreicht werden.

Verschiedene Ansätze der Kunsttherapie, auch der anthroposophischen Maltherapie, begründen sich aus der schöpferischen Aktivität selbst und der unmittelbaren Wirkung der Farben, ohne allerdings ausdrücklich als Farbtherapie bezeichnet zu werden.

Inzwischen gibt es erste quantitative Untersuchungen über Effekte der Farblichttherapie bei spezifischen Erkrankungen. Darüber hinaus sind keine wissenschaftlichen Studien bekannt, auf die sich die verschiedenen theoretischen Konzepte zur Farbtherapie stützen könnten.

Abgegrenzt werden müssen die Lichttherapie, die Anwendung von Infrarotlicht und auch die Phototherapie mit UV-Licht, die eine Behandlungsmöglichkeit z. B. bei Kindern mit Neugeborenenikterus ist. Die Wirkung von Infrarotlicht oder von UV-Licht beruht nicht auf Farbe.

Historische Entwicklung

Schon in der Antike wurde mit Farben in der Heilkunde experimentiert. Kranke wurden mit farbigen Pasten bestrichen oder in farbige Tücher eingewickelt. J. W. von Goethe beschäftigte sich in seinen Schriften mit Farben und deren Wirkung

1878 erschien das chromotherapeutische Werk „The Principles of Light and Color“ des Arztes Edwin D. Babitt, 1895 in der Vossischen Zeitung ein Aufsatz von Carus Sterne mit dem Titel „Der Farbenreiz bei Mensch und Tier – eine Betrachtung zu Goethes Farbenlehre“. In beiden Werken wird über eine Heilweise mittels Farbe berichtet, die schon im 14. Jahrhundert bei Pockenseuchen angewendet worden sei und die noch im 18. Jahrhundert in mehreren europäischen Ländern, sowie in Indochina und Japan bei Pocken indiziert war. Diese Methode bestand ganz einfach darin, dass die Pockenkranken durch Verhängen eines Raumes mit roten Tüchern, roten Vorhängen etc. ganz in Rot gehüllt wurden. Rudolf Steiner entwickelte mit dem Neurologen Felix Peipers im Jahre 1908 eine Farbtherapie.

Die Bestrahlung mit Infrarot-Lampen ist keine Farbtherapie, da sie nicht über die Farbe, sondern über die eindringende wärmende Strahlung wirkt.

Therapieformen

Diese Therapieformen sind umstritten. Colin Goldner etwa meinte: „Welche Farbe wie eingesetzt werden sollte, da sind sich moderne Therapeuten allerdings nicht einig.“

Farbmeridiantherapie

Die Farbmeridiantherapie geht zurück auf die Krankengymnastin Christel Heidemann (1924–1998). Mit Hilfe einer Abtastung des Bindegewebes am Rücken und „Farbheptagrammen“ sollen blockierte Meridiane des menschlichen Körpers gefunden werden. Zur Therapie werden mittels Pflaster auf bestimmte Meridianpunkte mit Naturfarbe gefärbte ca. einen Zentimeter große Seidenkreise, bzw. mit Pflanzenfarben gefärbte Stoffstücke aufgeklebt. Die Behandlung soll das Spannungsgleichgewicht von Bindegewebe und Muskulatur des gesamten Körpers wiederherstellen und somit die Gesundheit günstig beeinflussen und Schmerzen lindern. Klinische Studien zur Farbmeridiantherapie stehen noch aus.

Farbpunktur

Bei der Farbpunktur, die Peter Mandel eingeführt hat, wird gebündeltes Farblicht auf Akupunkturpunkte gerichtet, die so stimuliert werden sollen. Ziel ist die traditionelle Akupunktur um die Bestrahlung mit farbigem Licht zu ergänzen, um mit bestimmten Farben heilende Wirkungen zu erzielen. Die gestörten Regionen des Körpers sollen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, da sie die gleichen Schwingungsmuster aufweisen, wie das ausgewählte Lichtspektrum. Dabei sind in der Farbpunktur mittlerweile über 200 verschiedene Systeme verbreitet, sowohl als alleinige Behandlungsweise (insbesondere präventiv) als auch in Kombination mit anderen Therapiemethoden.

Aura Soma

„Aura-Soma“, eine Wortbildung aus griech. Aura (Hauch, Schimmer) und Soma (Leib), wurde 1984 von der blinden und nach eigener Angabe hellsichtigen Engländerin Vicky Wall entwickelt. Ihre Präparate waren anfangs nur zur kosmetischen Behandlung gedacht, wurden aber von ihr zu einem Therapiesystem ähnlich der traditionellen indischen Medizin (Chakren-Lehre) weiterentwickelt. Der Inhalt der Aura Soma Fläschchen besteht aus zwei Flüssigkeiten die in eine obere und eine untere Schicht zu je 50 % aufgeteilt sind. Sie lassen sich durch schütteln zwar für kurze Zeit mischen, separieren sich aber bald wieder in zwei Schichten. Die obere Schicht besteht aus gefärbtem Oliven- oder Lotusblütenöl, die untere Schicht besteht aus gefärbtem Wasser, angeblich aus einer heiligen Quelle in Glastonbury in England. Die Flaschen, Equilibrium genannt, tragen Nummern von 1 bis 112 und Namen. Aura-Soma ist eine eingetragene Marke der Firma Aura-Soma Products Limited aus Glastonbury.

Sonstiges

Einige Therapeuten empfehlen zum Beispiel, sich gezielt mit bestimmten Farben zu umgeben oder gezielt Lebensmittel einer bestimmten Farbe zu essen. Eher dem Wellness-Bereich zuzuordnen sind farbige Badezusätze. Das Visualisieren von Farben spielt eine Rolle in der Meditation und wird auch sonst mitunter zur Entspannung empfohlen.

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